Kalte-Progression-Rechner
| Steuer 2025 | 8.961,00 € |
|---|---|
| Einkommen 2026 bei Inflationsausgleich | 45.990 € |
| Steuer bei gleicher realer Belastung | 9.158,14 € |
| Steuer ohne Tarifanpassung | 9.297,00 € |
| Steuer nach Tarif 2026 | 9.167,00 € |
Ihre Gehaltserhöhung
| Einkommen 2026 | 45.990 € |
|---|---|
| Steuer darauf | 9.167,00 € (19,9 %) |
| Real weniger netto als vorher | 9 € |
- Für die Tarifanpassung rechnete die Bundesregierung für 2025 mit 2,0 % Preisanstieg der privaten Konsumausgaben.
- Einkommensteuer nach Paragraf 32a EStG plus Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer und Kinderfreibeträge. Methode wie im Steuerprogressionsbericht der Bundesregierung.
Was kalte Progression ist
Die Bundesregierung definiert sie im Steuerprogressionsbericht als Steuermehrbelastung, die entsteht, soweit Einkommenserhöhungen nur die Inflation ausgleichen, das Realeinkommen also gleich bleibt, und der progressive Tarif die durchschnittliche Steuerbelastung trotzdem steigen lässt. Der Rechner misst sie genauso: Ihr Einkommen steigt genau um die Inflation, und verglichen wird die Steuer mit der Steuer bei gleicher realer Belastung.
Wie der Staat sie ausgleicht
Der Gesetzgeber verschiebt den Grundfreibetrag und die übrigen Tarifeckwerte um die Inflation des Vorjahres nach rechts. Mit dem Steuerfortentwicklungsgesetz geschah das 2025 um 2,6 % und 2026 um 2,0 %. Der Grundfreibetrag stieg so von 11.784 € (2024) auf 12.096 € (2025) und 12.348 € (2026), der Spitzensteuersatz von 42 % beginnt 2026 bei 69.879 €. Die Grenze für den Satz von 45 % blieb dagegen seit 2023 bewusst bei 277.826 €.
| zvE 2025 | ohne Anpassung | nach Tarif 2026 |
|---|---|---|
| 20.000 € | 74 € | 4 € bleiben |
| 30.000 € | 93 € | 5 € bleiben |
| 45.000 € | 139 € | 9 € bleiben |
| 60.000 € | 201 € | 13 € bleiben |
| 80.000 € | 321 € | 22 € bleiben |
| 100.000 € | 321 € | 23 € bleiben |
Dass nach der Anpassung kleine Beträge bleiben, liegt an der Inflation: Die Verbraucherpreise stiegen 2025 laut Destatis um 2,2 %, der Tarif 2026 wurde mit der Prognose von 2,0 % verschoben.
Entwurf 2027: Was die Einkommensteuerreform ändern würde
Die Bundesregierung hat am 2. September 2026 den Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 beschlossen; der Bundestag berät ihn am 8. Oktober 2026 in erster Lesung. Beschlossen ist noch nichts, die Werte können sich im Verfahren ändern. Der Entwurf sieht für 2027 vor: Grundfreibetrag 12.564 €, 42 % ab 70.601 €, 45 % schon ab 250.000 € und einen neuen Satz von 47 % ab 280.000 €. Das Ende der ersten Progressionszone bleibt bei 17.799 €.
| zvE | 2026 | Entwurf 2027 | Differenz |
|---|---|---|---|
| 20.000 € | 1.570 € | 1.529 € | minus 41 € |
| 40.000 € | 7.209 € | 7.156 € | minus 53 € |
| 60.000 € | 14.233 € | 14.150 € | minus 83 € |
| 80.000 € | 22.716 € | 22.597 € | minus 119 € |
| 100.000 € | 32.115 € | 31.997 € | minus 119 € |
| 150.000 € | 54.717 € | 54.605 € | minus 112 € |
| 260.000 € | 103.458 € | 103.662 € | plus 205 € |
| 300.000 € | 121.883 € | 123.074 € | plus 1.191 € |
| 500.000 € | 216.833 € | 222.244 € | plus 5.411 € |
Bei gleichem Einkommen zahlen die meisten nach dem Entwurf etwas weniger. Steigt das Einkommen aber mit der Inflation, ist das Bild anders: Die Bundesregierung rechnet für 2026 mit 2,7 % Inflation, der Grundfreibetrag stiege nach dem Entwurf um 1,75 % und die Grenze zum Satz von 42 % um 1,03 %. Bei 2,7 % Inflation bliebe deshalb ein Teil der kalten Progression bestehen:
| zvE 2026 | ohne Anpassung | nach Entwurf 2027 |
|---|---|---|
| 20.000 € | 92 € | 51 € bleiben |
| 30.000 € | 115 € | 70 € bleiben |
| 45.000 € | 169 € | 109 € bleiben |
| 60.000 € | 245 € | 159 € bleiben |
| 80.000 € | 402 € | 283 € bleiben |
| 100.000 € | 402 € | 283 € bleiben |
Häufige Fragen
Wo finde ich mein zu versteuerndes Einkommen?
Im Einkommensteuerbescheid. Es ist Ihr Einkommen nach Werbungskosten, Sonderausgaben und Freibeträgen und damit kleiner als das Bruttogehalt. Ohne Bescheid hilft der Brutto-Netto-Rechner für das monatliche Netto.
Betrifft die kalte Progression auch die Lohnsteuer?
Ja. Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer und richtet sich nach dem Tarif des jeweiligen Jahres. Eine Tarifanpassung wirkt deshalb über die Lohnsteuer direkt auf Ihr Netto.
Welche Inflationsrate ist die richtige?
Die Bundesregierung verwendet für die Tarifanpassung den Preisanstieg der privaten Konsumausgaben, nicht den Verbraucherpreisindex. Der Rechner gibt den Verbraucherpreisindex von Destatis vor (2023: 5,9 %, 2024: 2,2 %, 2025: 2,2 %); Sie können jede Rate eintragen.
Warum bleibt mir trotz Gehaltserhöhung real weniger?
Wenn die Erhöhung nur die Inflation ausgleicht und der Tarif nicht angepasst wird, steigt die Steuer stärker als das Einkommen. Tragen Sie Ihre Erhöhung im Rechner ein, er zeigt das reale Netto nach Steuer im Vergleich zum Vorjahr.
Quellen: Paragraf 32a EStG in den Fassungen 2023 bis 2026 (Inflationsausgleichsgesetz, Gesetz zur steuerlichen Freistellung des Existenzminimums 2024, Steuerfortentwicklungsgesetz), Paragrafen 3 und 4 SolzG, 6. Steuerprogressionsbericht (BT-Drs. 20/13560), Regierungsentwurf Einkommensteuerreformgesetz 2027 (BT-Drs. 21/8235), Destatis Verbraucherpreisindex, Frühjahrsprojektion 2026 der Bundesregierung. Stand 2026-11-04.