Abfindungsrechner 2026
Abfindungen werden ermäßigt besteuert: Die Fünftelregelung verteilt die Progression rechnerisch auf fünf Jahre. Dieser Rechner zeigt Steuer, Netto-Abfindung und den Vorteil gegenüber der normalen Besteuerung, mit dem Einkommensteuertarif 2026.
| ESt auf Ihr Einkommen ohne Abfindung | 8.835 € |
|---|---|
| ESt gesamt mit Fünftelregelung | 26.395 € |
| ESt gesamt ohne Fünftelregelung | 28.764 € |
| Vorteil durch die Fünftelregelung | 2.369 € |
- Abfindungen sind sozialversicherungsfrei. Es fällt nur Einkommensteuer an.
- Ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer; beide können die Steuer leicht erhöhen.
- Seit 2025 wendet der Arbeitgeber die Fünftelregelung nicht mehr im Lohnsteuerabzug an. Sie holen den Vorteil über die Steuererklärung.
Stand: Oktober 2026 · Berechnung nach offiziellem BMF-Programmablaufplan des Bundesfinanzministeriums.
So funktioniert die Fünftelregelung
Statt die volle Abfindung auf einmal zu versteuern, wird die Steuer auf ein Fünftel der Abfindung berechnet, und dann verfünffacht: Steuer = 5 × (ESt(Einkommen + Abfindung/5) minus ESt(Einkommen)). Je niedriger Ihr übriges Einkommen im Abfindungsjahr, desto größer der Effekt. Wer schon mit dem regulären Einkommen im 42-%-Bereich liegt, spart dagegen kaum.
Die drei wichtigsten Hebel
- Timing: Auszahlung ins Folgejahr schieben, wenn Sie dann weniger verdienen (z. B. Arbeitslosigkeit, Sabbatical, Rente), das übrige Einkommen bestimmt den Steuersatz.
- Zusammenballung: Die Fünftelregelung gilt nur, wenn die Abfindung in einem Jahr zufließt und Ihre entgangenen Einnahmen übersteigt.
- Vorsorge: Einzahlungen in die Rürup-Rente oder eine Abfindung in die bAV können das zu versteuernde Einkommen zusätzlich drücken.
Ihr Netto-Monatsgehalt nach dem Jobwechsel berechnen Sie im Brutto-Netto-Rechner; bei Arbeitslosigkeit hilft der Blick auf das übrige Jahreseinkommen im Abfindungsjahr.
Häufige Fragen
Wie wird eine Abfindung in Deutschland besteuert?
Abfindungen werden nach der Fünftelregelung begünstigt besteuert: Ein Fünftel der Abfindung wird zum regulären Einkommen addiert, die entstehende Mehrsteuer wird fünffach angesetzt. Das reduziert den effektiven Steuersatz erheblich.
Gibt es in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung?
Einen generellen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Eine Abfindung entsteht meist durch Verhandlung, Sozialplan oder gerichtlichen Vergleich. Der Kündigungsschutz (KSchG) macht es bei Betrieben ab 10 Mitarbeitern jedoch schwer, ohne Abfindung zu kündigen.
Beeinflusst eine Abfindung das Arbeitslosengeld?
Ja, unter Umständen. Wird die Abfindung wegen einer verfrühten Kündigung gezahlt (kürzer als die Kündigungsfrist), verhängt die Agentur für Arbeit eine Ruhenszeit, in der kein Arbeitslosengeld gezahlt wird.
Gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Abfindung?
Einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Ein Anspruch entsteht durch einen Sozialplan, Tarifvertrag, Aufhebungsvertrag oder aus § 1a Kündigungsschutzgesetz, wenn der Arbeitgeber zur betriebsbedingten Kündigung und Verzicht auf Kündigungsschutzklage einlädt.
Was ist die Fünftelregelung bei Abfindungen?
Die Fünftelregelung (§ 34 EStG) ist eine Steuerermäßigung für außerordentliche Einkünfte wie Abfindungen. Dabei wird die Abfindung so behandelt, als würde sie auf fünf Jahre verteilt, was die Steuerprogression abschwächt und oft eine erhebliche Ersparnis bringt.
Hat eine Abfindung Auswirkungen auf das Arbeitslosengeld?
Eine Abfindung führt in der Regel zu einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, wenn das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst wurde. Die Dauer der Sperrzeit richtet sich nach dem Lebensalter und der Beschäftigungsdauer. Der Anspruch auf ALG I bleibt aber grundsätzlich bestehen.