Methodik: Gehaltsvergleich (2026)

Die 135 deutschen Vergleichsseiten rechnen mit denselben geprüften Rechenkernen wie die Länderrechner, in Landeswährung und beim Erzeugen der Seite. Festgehalten ist nur der Wechselkurs, der Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 04.11.2026. Diese Seite beschreibt, wie gerechnet wird und wo der Vergleich an seine Grenzen kommt.

Was verglichen wird und was nicht

Verglichen werden Abzüge: Steuern und Sozialabgaben, die vom Bruttogehalt eines Arbeitnehmers einbehalten werden. Nicht verglichen werden Gehaltsniveaus, Lebenshaltungskosten und das, was die Abgaben jeweils finanzieren. Diese drei Faktoren unterscheiden sich zwischen zwei Ländern regelmäßig stärker als die Abgabenquote selbst. Eine niedrigere Quote bedeutet also nicht, dass am Monatsende mehr übrig bleibt oder dass man besser lebt.

Konkret heißt das: Die deutschen Beiträge finanzieren eine weitgehend beitragsfreie Gesundheitsversorgung, die amerikanischen Werte enthalten keine Steuer der Einzelstaaten, die von 0 bis über 13 Prozent reicht, und in der Schweiz sind die Krankenkassenprämien gar nicht Teil der Abzüge, weil sie privat und pro Kopf bezahlt werden. Solche Unterschiede lassen sich nicht in eine Quote pressen, deshalb nennt jede Seite die Annahmen beider Länder im Klartext.

Die Rechenkerne

Jedes Land hat einen eigenen Rechenkern, der die amtlichen Regeln des Steuerjahres umsetzt und durch Testfälle gegen die Beispiele der jeweiligen Steuerverwaltung abgesichert ist. Die Vergleichsseiten rufen genau diese Kerne auf, es gibt keine zweite, vereinfachte Rechnung für den Vergleich und keine übernommenen Schätzwerte. Wer auf einer Vergleichsseite einen Wert sieht, erhält im Länderrechner denselben Wert.

Die Annahmen je Land, die auf jeder Vergleichsseite wiederholt werden:

LandSteuerjahrAnnahmen
Belgien 2026 ledig, ohne Unterhaltsberechtigte, 7 % Gemeindezuschlag, Werkbonus nicht berücksichtigt
Dänemark 2026 Kommunalsteuer zum Landesdurchschnitt, ohne Kirchensteuer, ohne Skatteloft
Deutschland 2026 ledig (Steuerklasse I), gesetzliche Krankenversicherung, keine Kirchensteuer
Japan 2026 unter 40 Jahre, Krankenversicherungssätze Tokio, ohne Bonus, Einwohnersteuer im Dauerzustand
Luxemburg 2026 Steuerklasse 1, gebietsansässig, Standardpauschalen und Arbeitnehmer-Steuerkredit
Niederlande 2026 unter AOW-Alter, ohne 30-Prozent-Regelung, Brutto inklusive Urlaubsgeld
Norwegen 2026 17 bis 69 Jahre, Regeln für das Festland, Standardwert beim Minstefradrag
Österreich 2026 14 Bezüge (13. und 14. mit 6 %), Angestellte, außerhalb Wiens
Schweden 2026 unter 66 Jahre, Kommunalsteuer zum Landesdurchschnitt, ohne Kirchenabgabe
Schweiz 2026 ledig, Zürich (Stadt), 35 Jahre, inklusive 1 % NBU-Annahme und BVG-Arbeitnehmerhälfte
Singapur YA 2027 Staatsangehörige und PR unter 55, voller CPF (20 % Arbeitnehmer), Freibeträge für Arbeitseinkommen und CPF
USA 2026 ledig, nur Bundessteuer (die Steuer der Einzelstaaten reicht von 0 bis über 13 %)
Vereinigtes Königreich 2026/27 England, Wales und Nordirland, Steuercode 1257L, ohne Studienkredit und Altersvorsorge

Was ein einzelner Rechenkern bewusst nicht abbildet, etwa das dänische Skatteloft oder der belgische Werkbonus, steht auf der Methodikseite des jeweiligen Landes. Für alle Länder, die auf den deutschen Vergleichsseiten vorkommen, gibt es diese Seite auf Deutsch, siehe Methodik nach Land. Länder, die nur im englischen Teil auftauchen, haben ihre Methodik in der englischen Methodikübersicht.

Die Gehaltsstufen

Jedes Länderpaar hat 9 Gehaltsstufen, und zwar runde Beträge, weil genau nach diesen gesucht wird. Für Paare, die nicht umgerechnet werden, sind das 30.000, 40.000, 50.000, 60.000, 70.000, 80.000, 100.000, 120.000, 150.000 in der jeweiligen Landeswährung. Für die umgerechneten Paare sind es 30.000, 40.000, 45.000, 50.000, 60.000, 70.000, 80.000, 100.000, 120.000 Euro, die in jede Landeswährung umgerechnet werden, bevor gerechnet wird.

Nominal vergleichen oder umrechnen

Ein Vergleich bei gleichem nominalen Betrag setzt voraus, dass die Währungen in einer ähnlichen Größenordnung liegen. Bei Euro, Pfund, Dollar und Franken ist das der Fall. Bei Krone, Krona und Yen nicht, wie die Kurstabelle weiter unten zeigt. Würde man dort dieselbe Zahl konstant halten, erschienen Schweden, Norwegen, Dänemark und Japan mit Abgabenquoten nahe null, weil 60.000 Kronen oder Yen als Jahresgehalt ein sehr kleiner Betrag sind. Das wäre kein Vergleich, sondern ein Artefakt der Währungsgröße.

Deshalb gibt es zwei Verfahren. 10 der 15 deutschen Paare halten denselben nominalen Betrag in beiden Ländern konstant und rechnen nicht um. Die anderen 5 rechnen zum festgehaltenen Referenzkurs um, nennen ihn auf der Seite und zeigen zusätzlich die Werte in Landeswährung, mit denen tatsächlich gerechnet wurde.

Die Wechselkurse

Verwendet werden die täglichen Euro-Referenzkurse der Europäischen Zentralbank. Sie sind kostenlos, ohne Zugangsschlüssel abrufbar und der Kurs, auf den sich europäische Institutionen üblicherweise beziehen. Der Stand ist festgehalten und mit dem Quellcode abgelegt, derzeit der 04.11.2026. Das ist eine bewusste Entscheidung: Ein beim Erzeugen der Seite abgerufener Kurs würde die Zahlen unreproduzierbar machen, und eine Netzstörung könnte veröffentlichte Werte unbemerkt verändern. Der Preis dafür ist, dass die Eurobeträge mit der Zeit vom Markt abweichen, weshalb der Stand auf jeder umgerechneten Seite steht.

WährungEinheiten pro Euro
SEK10,9718
NOK10,397
DKK7,4738
JPY178,3
GBP0,8346
USD1,1267
CHF0,9188
SGD1,4398

Wichtig und leicht zu übersehen: Der Kurs verändert die Abgabenquoten sehr wohl, nur nicht direkt. Die Steuerregeln werden in Landeswährung angewandt und sehen den Kurs nie. Der Kurs entscheidet aber, auf welches lokale Gehalt eine Zeile fällt, und weil alle Systeme progressiv sind, verschiebt ein anderer Kurs die Prozentwerte mit. Bei einem schwächeren Kurs rutschen die umgerechneten Beträge die Steuerprogression hinauf und die Quote steigt.

Der Sonderfall Dänemark

Eine dieser Umrechnungen ist belastbarer als die übrigen. Dänemark hält die Krone im Wechselkursmechanismus ERM II an den Euro gebunden, zum Leitkurs von 7,46038 Kronen pro Euro und innerhalb eines vereinbarten Bandes von 2,25 Prozent. Die Krone darf sich damit nur zwischen 7,29252 und 7,62824 bewegen, und beide Zentralbanken sind an den Rändern zum Eingreifen verpflichtet. Der hier festgehaltene Kurs liegt 0,18 Prozent vom Leitkurs entfernt.

Die dänischen Eurobeträge können also nicht durch eine Währungsbewegung entwertet werden, wie es bei einer frei schwankenden Währung möglich ist. Krona, norwegische Krone und Yen sind nicht an den Euro gebunden, dort ist der Kurs schlicht der Marktkurs des festgehaltenen Tages. Geprüft an den Veröffentlichungen der Danmarks Nationalbank und an der Kurstabelle der Europäischen Zentralbank, die übereinstimmen.

Das gleichwertige Bruttogehalt

Die praktisch wichtigste Frage ist meist nicht, was bei gleichem Brutto übrig bleibt, sondern was man auf der anderen Seite verdienen müsste, um nicht schlechter zu stehen. Dieser Wert wird ermittelt, indem der Rechenkern des Ziellandes rückwärts läuft: Das Verfahren halbiert das Intervall, bis das Netto dem Zielwert entspricht. Damit steckt die vollständige Abgabenstruktur im Ergebnis, einschließlich aller Freibeträge, Stufen und Beitragsgrenzen, und nicht nur ein Durchschnittssatz.

Dieser Wert steht nur auf 9 der 15 Paare, nämlich dort, wo beide Nettowerte in derselben Einheit stehen: bei den umgerechneten Paaren in Euro, bei zwei Euro-Ländern ohnehin. Auf den übrigen 6 Paaren wird er bewusst nicht ausgewiesen. Ein nominaler Vergleich zwischen zwei Währungen hält absichtlich dieselbe Zahl konstant; ein Netto gegen das andere abzugleichen würde dann eine Zahl treffen und keinen Geldbetrag. Statt eines plausibel aussehenden, aber bedeutungslosen Werts steht dort, warum die Frage so nicht beantwortbar ist.

LänderpaarVerfahrenGleichwertiges Brutto
Deutschland vs. Vereinigtes Königreich nominal nein, verschiedene Währungen
Deutschland vs. USA nominal nein, verschiedene Währungen
Deutschland vs. Singapur nominal nein, verschiedene Währungen
Niederlande vs. Deutschland nominal ja
Österreich vs. Deutschland nominal ja
Schweiz vs. Deutschland nominal nein, verschiedene Währungen
Österreich vs. Schweiz nominal nein, verschiedene Währungen
Belgien vs. Deutschland nominal ja
Luxemburg vs. Deutschland nominal ja
Luxemburg vs. Schweiz nominal nein, verschiedene Währungen
Japan vs. Deutschland umgerechnet ja
Schweden vs. Deutschland umgerechnet ja
Norwegen vs. Deutschland umgerechnet ja
Norwegen vs. Schweiz umgerechnet ja
Dänemark vs. Deutschland umgerechnet ja

Jedes Länderpaar führt zu seiner Vergleichsseite mit allen fünf Referenzstufen, von dort weiter zu den einzelnen Gehältern. Die vollständige Übersicht steht im Gehaltsvergleich nach Ländern.

Effektive Quote und Grenzbelastung

Die effektive Abgabenquote ist Brutto minus Netto, geteilt durch Brutto. Die Grenzbelastung gibt an, welcher Anteil des nächsten Gehaltsschritts in Steuern und Abgaben geht. Gemessen wird sie, indem das Brutto um einen runden Betrag erhöht und die Veränderung des Nettos betrachtet wird. Der Schritt richtet sich nach der Währung, damit die Angabe lesbar bleibt: 1.000 Euro, 10.000 Kronen oder 100.000 Yen. Das sind nicht dieselben Geldbeträge, 100.000 Yen sind derzeit rund 561 Euro, aber jeweils eine in der Währung gebräuchliche Größe. Auf das Ergebnis wirkt sich die Wahl kaum aus, weil die Grenzbelastung über einen so kleinen Schritt nahezu konstant ist, außer unmittelbar an einer Tarifschwelle.

Die Grenzbelastung liegt in einem progressiven System immer über der effektiven Quote, weil Freibeträge und niedrigere Stufen den Durchschnitt drücken, während der letzte Teil des Gehalts sie längst passiert hat. Genau dieser Abstand erklärt, warum eine Gehaltserhöhung selten so ausfällt wie ihr Bruttobetrag.

Grenzen und bekannte Lücken

  • Gerechnet wird für eine alleinstehende Person ohne Kinder und ohne weitere Einkünfte. Ehegattensplitting, Kinderfreibeträge und Nebeneinkünfte verschieben das Ergebnis teils erheblich und sind in den Länderrechnern einstellbar, hier aber nicht.
  • Regionale Sätze sind auf einen Wert festgelegt, etwa Zürich für die Schweiz und der Landesdurchschnitt bei den kommunalen Steuern in Schweden und Dänemark. Die tatsächliche Gemeinde kann davon abweichen.
  • Arbeitgeberbeiträge sind nicht Teil der Abzüge, da sie nicht vom Bruttogehalt einbehalten werden. Das verzerrt Vergleiche mit Ländern, in denen ein großer Teil der Last beim Arbeitgeber liegt.
  • Einzelne länderspezifische Regeln fehlen bewusst, solange sie nicht belastbar umgesetzt sind. Welche das sind, steht auf der Methodikseite des jeweiligen Landes und in den Hinweisen der Rechner.
  • Die Wechselkurse haben einen festen Stand und werden nicht automatisch nachgezogen.

Aktualisierung und Quellen

Steuerregeln werden je Steuerjahr aus den Veröffentlichungen der zuständigen Verwaltung übernommen, nicht aus Zusammenfassungen Dritter. Die Wechselkurse werden mit einem Skript von der Europäischen Zentralbank geholt und mit dem Quellcode abgelegt, damit jede Veröffentlichung nachvollziehbar bleibt. Die Nettowerte auf dieser Seite und allen Vergleichsseiten entstehen bei jeder Veröffentlichung neu aus den Rechenkernen.

Häufige Fragen

Werden die Werte live berechnet?

Die Steuerrechnung ja, der Wechselkurs nein. Die Nettowerte entstehen beim Erzeugen der Seite aus denselben geprüften Rechenkernen wie die Länderrechner, nicht aus übernommenen Tabellen. Der Wechselkurs ist dagegen bewusst festgehalten, hier der Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 04.11.2026. Ein live abgerufener Kurs würde bedeuten, dass zwei Abrufe derselben Seite verschiedene Zahlen zeigen und niemand ein Ergebnis nachprüfen kann.

Warum steht nicht auf jeder Seite, was man woanders verdienen müsste?

Weil die Antwort nur dort einen Geldbetrag trifft, wo beide Nettowerte in derselben Einheit stehen. Das ist bei den umgerechneten Paaren und bei zwei Euro-Ländern der Fall, derzeit 9 der 15 Paare. Bei einem nominalen Vergleich zwischen zwei Währungen würde der Abgleich eine Zahl treffen und keinen Geldbetrag, deshalb steht dort stattdessen, warum die Frage so nicht beantwortbar ist.

Verändert der Wechselkurs die Abgabenquoten?

Ja, indirekt. Die Steuerregeln werden in Landeswährung angewandt und berühren den Kurs nicht. Der Kurs entscheidet aber, auf welches lokale Gehalt eine Zeile fällt, und weil alle Systeme progressiv sind, verschiebt ein anderer Kurs auch die Prozentwerte. Die Umrechnung ist also keine kosmetische Schicht über einem festen Ergebnis.

Welche Länder und Paare sind auf Deutsch verfügbar?

Alle Paare, an denen Deutschland, Österreich oder die Schweiz beteiligt sind, derzeit 15 von 39. Die übrigen Paare gibt es nur auf Englisch, weil für einen deutschsprachigen Vergleich etwa zwischen Malta und Irland keine Nachfrage besteht.

Stand 05.11.2026. Zurück zum Gehaltsvergleich nach Ländern oder zur Methodik nach Land, oder zur englischen Übersicht aller Länder.